CARLOS GARDEL
Biographie

Vom buch Carlos Gardel En Imagenes 
Roberto Daus

Carlos Gardel - Photo Studio Silva, Montevideo - Oct. 1933Charles Roumald Gardes wurde am Donnerstag, dem 11. Dezember 1890, urn 2 Uhr, aus unerforschlichen Schicksalsgründen in Toulouse, Frankreich, geboren. An diesem fernen Tag sah die dauerhafteste Legende von Buenos Aires im Hospital San José de la Grave das Licht der Welt; ein seltsames and einzigartiges Phänomen, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde and immer noch unter vielen seiner Einwohner weiterlebt, ein Traum, der nicht übersehen werden kann and der sich in spürbare Wirklichkeit, namens Carlos Gardel, verwandelte. Und es war im Babel des Südens, in dem das Geheimnis seiner einzigartigen and alle Zeiten überlebenden Stimme gefiel, in dem sick der Zauber seiner Gegenwart entwickelte and entgültig in das Archiv unserer Augen als ein familiares and liebgewordenes Bild einverleibt wurde. Carlos Gardel ist in der Bilderkunde and dem volkstümlichen Erbgut von Buenos Aires gegenwdrtig, wie es keine andere Personlichkeit der Stadt erreichte. Sein mitwissendes Ldcheln grüsst täglich Millionen von Einwohnern der grossen Stadt des Südens von den undenkbarsten Pldtzen aus, von den Zeitungsstdnden, an denen die Einwohner von Buenos Aires als erstem Anlaufpunkt des Tages auftauchen, urn sich zu informieren, von der Dekoration der Transportmittel, in denen sich die Arbeiter in Richtung ihrer jeweiligen Arbeitspldtze buntscheckig machen, in den Bars and Cafés, in denen sich die starkenden Düfte des morgendlichen Milchkaffees mit den Launen, den Reflexionen and dem Verdruss mischen, den der Bürger von Buenos Aires täglich in diesen wahrhaftigen Kommunikationstempeln filtert; überall ist Carlitos, ein allgegenwärtiger Gast, der nicht fehlen darf.

Am Samstag, dem 11. März 1893, kam, vom fernen französischen Hafen, Bordeaux, aus kommend, in Buenos Aires ein Schiff, namens "Dom Pedro" an; in seinem Inneren hatte Doña Bertha Gardes eine lange and erwartungsvolle Überfahrt gemacht, eine Reise, die wahrscheinlich unter dem Zeichen der Ungewissheit and der Angst stand, die diese tapfere Frau sicherlich angesichts des wichtigsten Scheidewegs. Ares Lebens anspornten; eine Franzosin, 27 Jahre alt, Witwe, Büglerin von Beruf, katholisch and mit dem Pass Nr. 94; an ihrer Hand ging ein 2 Jahre, 3 Monate altes Kind namens Charles, von Bord; diese Daten wurden von der Einwanderungsbehürde der Republik Argentinien mit den Nummern 121 beziehungsweise 122 registriert. In diesem Augenblick begann Bertha ein Abenteuer mit der Hoffnung auf ein besseres Leben, fern vom Unverstandnis and den Demütigungen, die eine alleinerziehende Mutter auf sich nehmen musste (eine Art von Intoleranz, die man glücklicherweise heutzutage überwunden hat). Dies war der Traum von Millionen von Einwanderern, die in diesem fernen and unbekannten Land einen grosszügigen Deckmantel für alles Leid, das ihnen in ihren Landern zugefügt wurde, fanden; ein unterschiedliches Schicksal würde sie zwar erwarten, aber die Arme wurden hilfreich für alle gebffnet. In dieser Stadt, die von strukturellen Reformen, sowohl gesellschaftlicher, als auch stadtischer Art erschüttert wurden, wuchs dieser unruhige junge Franzose heran, der die Sitten and die Lebensart der Einheimischen zu seinen machte. Die Abenteuer von "Francesito", der bestrebt war, ein bisschen Geld zu verdienen, um zum hauslichen Unterhalt beizutragen, führten dazu, dass er Kaffehauser besuchte, in denen Stegreifsanger, eine Art von fahrenden Sangern, die die landlichen Traditionen beherrschten, inmitten von Gin, dickem Tabakrauch and im Allgemeinen wenig heiligen Zuhürern ihr Genie entwickelten and ihr volkstümliches Wissen im Zirkus and auf den Vorstadtbühnen verbreiteten; von diesen gefeierten Persdnlichkeiten erlernte er die Grundkenntnisse des mündlichen Ausdrucks and des elementaren Klangs der Gitarre. Zum "Morocho del Abasto" (der tolle Kerl von Abasto) geworden, Titel, der natürlich in Zusammenhang mit seinem Stadtviertel stand, in deur er auftrat, verbreitete sich sein Ruf in alle Ecken von Buenos Aires; die Sympathie and die Magie einer Stimme, die sich bereits als ein ausserordentliches Phanomen hervortat, waren das beste Rüstzeug für eine erfolgreiche Zukunft. Ein Zukunftstraum, den sich wahrscheinlich nicht einmal Carlitos selbst in jenen Anfangsjahren als Minnesanger auf Familientreffen and in Kaffeehausern so glanzvoll vorgetellt hat. Das haufig so despotische and gleichgültige Buenos Aires verliebte sich in seine Stimme, nahm sie als seine eigene an and widmete dem Mann seine galanteste Geste, bot ihm die Hand an, um ihn auf den Weg seiner wenigen Auserwdhlten zu führen. Wo lag das Geheimnis, um diese schone and manchmal so perverse Stadt zu erobern? Welche seltsamen Triebe wurden im Inneren von Buenos Aires wach, damit diese Stadt ihm ihr anmutigstes Gesicht anbot? Eine Antwort bekommen wir nur vom unentzifferbaren Dialog der Mythologie; die Mythen verlieben sich in ihresgleichen and gemeinsam durchschreiten sie die surrealistischen Welten, die den gemeinen Sterblichen verwehrt sind. Das Publikum von Buenos Aires klatschte ihm im Stehen Beifall and ein Schiff führte ihn in sein ursprüngliches Europa zurück, wo er neue sensible Geftihle eroberte; zuerst kante ihn Madrid als unbestrittenen Tangokönig, dann Barcelona, Ciudad Condal, am Mittelmeerstrand; dort festigte sich sein Erfolg auf der Bühne des Teatro Goya and des sinnbildlichen Teatro Principal, an den Ramblas in Barcelona, and breitete sich späterhin auf das anspruchsvolle Paris and danach auf das kosmopolitische New York aus. Der Zauber seiner Stimme fesselte alle Zuhbrer, wobei er kulturelle and Sprachbarrieren überwand; seine Gegenwart erleuchtete Gesichter and faszinierte die Frauen; dank seiner noblen and briiderlichen Gesten kamen sich Menschen aller Breiten näher; seine grosszügige Freundschaft, an der er nicht sparte, war seine universelle Münze auf allen Wegen, die er in der Welt durchlief. Carlos Gardel lebt, auf der Leinwand verewigt weiter, was uns dazu verleitet, ihn in der kollektiven Intimität des Kino- Halbdunkels zu duzen; die unverwechselbare Farbe seiner ewigen Stimme begleitet uns immer klarer and prophetisch in Augenblicken des Behagens and persönlicher Spiritualitdt von den Rillen der Schallplatten aus; sein Bild wurde auf historischen Glasnegativen festgehalten, wobei es eine existentielle Pirouette bildet, die den Einfluss der Zeit and des Vergessens verlacht. In diesem Buch wollen wir einep Teil seines grossen photographischen Vermächtnis zusammenbringen; wir flüchten vor der Sepiafarbe, die ferne and veraltete Erinnerungen überkommt; wir versuchen die zeitlose Gegenwart des grössten der Mythen von Buenos Aires, Carlos Gardel, lebend zu erhalten.

From the book Carlos Gardel En Imagenes by Roberto Daus
ALMENDRA MUSIC S.L. - Ediciones Musicales BLUE MOON S.L. - Producciones Discograficas
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Last update: November 05, 2004

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